Montag, 18. Januar 2010

Erwartungen müssen irgendwann ent-täuscht werden :-)


Hallo Ihr Lieben,

heute berichte ich von einem Erlebnis, daß ich Samstag in Lohr am Main hatte:

Ich wollte eine gute Freundin treffen, die ich schon einige Monate nicht mehr sah. Wir verabredeten uns für einen Spaziergang und vereinbarten, uns um 12.30 Uhr auf der Mainbrücke bei der Treppe zu treffen.

Ich ging von Sendelbach aus los, wo ich vor anderthalb Jahren neue, sehr liebe Freunde gefunden hatte und bei Besuchen "dort oben" ab und an übernachtete. Direkt runter zum Main spazierte ich und einen Spazierweg entlang, den ich immer nahm.

Sie ging über die Brücke - sicherlich flotten Schrittes - sah mich um 12.30 Uhr nicht an der Treppe, ging die Brücke zu Ende und die Straße entlang zu den Freunden in Sendelbach. Um mir entgegen zu gehen. Vielleicht bin ich noch nicht losgangen, dachte sie wohl.

Ich war um 12.34 Uhr an der Brücke. Sie nicht - mehr. Also ging ich ihr entgegen zu ihrem Zuhause. Vielleicht ist sie noch nicht losgegangen, dachte ich.

Als ich bei ihr ankam, und sie auf mein Klingeln an der Haustür hin nicht öffnete, dachte ich mir, wir könnten uns verpaßt haben. Sie war unterdessen bei den Freunden in Sendelbach angekommen. Und bekam die Auskunft, ich bin schon längst unterwegs.

Ich rief sie auf dem Handy an. Das erste, was ich zu hören bekam, war, daß ich das hätte sagen müssen, das ich den Main entlang gehe. Schließlich wollte sie dort dann ja mit mir spazieren gehen.

:-) Da waren sie, unsere Erwartungen. Erwischt, diese Erwartung. Süß und klein und zumindest für uns selbst vollkommen klar, fraglos und selbstverständlich. Sie erwartete selbstverständlich, daß man nur die Straße entlang gehen könnte. Für mich war vollkommen klar, daß man genußvoll nur entlang des Mains zur Brücke gehen kann. Außerdem ist der Weg kürzer.

Wir fanden doch auf der Brücke für unseren Spaziergang zusammen. Es dauerte nur länger - und das bei der Kälte :-)

Und so ist kurz die Lehre: Wenn man sich nicht seiner Erwartungen bewußt wird und darüber mit den anderen kommuniziert, müssen sie irgendwann ent-täuscht werden. Die Täuschung wird ihr Ende finden. Es hat keinen Sinn, deswegen zu leiden. Nur, uns darüber klar zu werden. Und wir haben viele, sehr viele Erwartungen in unserem Leben. Besonders an die Partner. An die Kinder. An Kollegen, an Geschäftspartner.

Welche hast du?

Herzliche Grüße, Thomas

Dienstag, 12. Januar 2010

Gierige Banken und unverantwortliche Bänker - selbst im ganz normalen Leben


Hallo liebe Leute,

was ich heute miterleben mußte, machte mich sehr wütend.

Es passiert oft, daß mutige Unternehmer sich verkalkulieren und auf einem Riesenberg Schulden sitzen bleiben. In kleinen und mittleren Firmen nehmen die Besitzer es in Kauf, mit ihrem gesamten Vermögen zu haften. Ihnen bleibt auch nichts anderes über, im "kleinen" Geldbereich werden sie einfach dazu gezwungen.

Die Risikobeurteilung und -beratung wird von den kreditvergebenden Banken jedoch schon aus Eigeninteresse vorgenommen. Solange die Gier nicht die Sinne vernebelt, werden auch Risiken benannt und Unternehmern Kredite verweigert, wenn die Chancen schlecht eingeschätzt werden.

Manchmal aber findet auch im Bereich der "persönlichen" Banken vor Ort Gier im Kleinen statt. Wenn Unternehmenskonzepte aus jahrzehntelanger Erfahrung in der Bankbranche als nicht funktionierend bekannt, trotzdem weit über die Einnahme-Möglichkeiten des Unternehmers beliehen werden. Der Unternehmer dann trotzdem die Verantwortung übernimmt, wenn es (absehbar für Wissende) in die Hose geht, er in die Armut geht und mit den Bürgen für die finanzielle Abwicklung sorgt, also dem Kredit Gegenwerte entgegen stellt. (Aus meiner Sicht als ehemaliger Geldhändler geht es dabei um winzige Erträge, die oftmals die Arbeit damit nicht bezahlen.)

Also es ist der Bank klar, daß ihre Kreditforderung befriedigt wird - vollumfänglich. Das ist auch eher selten heutzutage :-) Normalerweise verhandelt man hier einen Stillstand der Tilgung, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, die Sicherheit zu verkaufen, in der Regel Immobilien.

Dann erlebte ich als mitgehender Freund, das dem Unternehmer von den Bankgestellten nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten verweigert wird, die Krankenkasse aus dem Dispokreditrahmen zu bezahlen. Mit der Begründung, daß die Bank die restlich möglichen Miesen aus dem Dispokreditrahmen (fürstlich für die Bank verzinst) als "Teilzahlung" auf die monatlichen Forderungen übertragen will - ohne Anweisung oder Einverständnis des Kontoinhabers. Nur damit die Forderungsseite der Bank nicht so schlecht aussieht. Minus mal Minus ergibt Plus - für die Bank. (Ich weiß nicht, ob sie das rechtlich dürfen. Selbst wenn, überschreiten Sie die Grenze zur Unmenschlichkeit.) Das ist grauenhaft.

Da kommt mir echt die Galle hoch. Selbst den Schlechtestgestellten in unserer Gesellschaft, egal ob privatinsolvent oder Hartz-IV-Empfänger, wird die Krankenkasse bezahlt und gehört zum nicht pfändungsfähigen Mindestbetrag. Aber die machen es!

Und das in einer Banken-Form, die sich als persönliche Vorort-Bank rühmt und wo eigentlich tatsächlich jeder jeden kennt, gerade in kleineren Ortschaften. Selbst bei so kleinen Geschichten, wo es um wenige Hundert Euro (für die Bank) geht, werden Bänker mittlerweile (oder schon länger?) rücksichtslos und gehen über die letzten Grenzen. Pfui. Dabei kennt man sich seit Jahrzehnten. Die Bänker nutzen da ohne Bedenken die Scham- und Schuldgefühle der gescheiterten Menschen aus.

Im Mittelalter gingen die Chirurgen in der Fronleichnamsprozession ganz hinten bei den Abdeckern, weil ihr Berufsstand so schlecht angesehen war. Es ist heutzutage genauso beschämenswert, Bänker zu sein. Ich dachte bis heute, daß nur die Großfinanzbänker voller Gier, Verantwortungslosigkeit, Unverschämtheit und Verachtung für ihre Kunden sind. Aber dem ist nicht so. Dieser Virus ist bis in die kleinste Filiale vorgedrungen.

Es ist nicht schlimm, so zu sein. Schlimm ist es nur, wenn dem nicht Einhalt geboten wird. Ich bitte meine Mitmenschen um Zivilcourage und offene Augen und Ohren, um solchen Mißständen beherzt entgegen zu treten. Solche Dinge dürfen wir nicht länger zulassen.

Mit wütenden Grüßen,
Thomas Karl